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Koordination, Weltwissen und Sprachentwicklung fördern: Der Schweinswal an der Leine

Mit diesem Spiel lernen wir den Schweinswal noch ein bißchen besser kennen. Warum heißt er überhaupt Schweinswal - denn einem Schwein ähnelt er ja wirklich nicht.

 

Beine SW 2a

 

 
Material
Schnur
ein rosafarbener Gegenstand
Schlamm
Wasser

Schweinswalfigur (oder Foto)

 
 

 

So geht's

In der ersten Runde wird der Schweinswal mit den im Reim genannten Dingen vorgestellt.

 

Schweinswal an der Leine

©2022 Ute Lantelme und Silvia Eichhoff

 

Der Schweinswal, der hat keine Beine.

Man führt ihn auch nicht an der Leine,

Er ist nicht rosa wie ein Schwein.

Im Schlamm, das will er auch nicht sein.

Im Meer, da schwimmt er lieber rum

schubidi und schubidum.

 

SW Beine Leine 2a

Der Schweinswal, der hat keine Beine.

 

SW Beine Leine 2b

Man führt ihn auch nicht an der Leine,

 

SW Beine Leine 2c

Er ist nicht rosa wie ein Schwein.

 

SW Beine Leine 2d

Im Schlamm, das will er auch nicht sein.

 

SW Beine Leine 2e

Im Meer, da schwimmt er lieber rum

 

SW Beine Leine 2f

schubidi

 

SW Beine Leine 2g

und schubidum.

 

 

 

Das besondere an diesem Spiel ist die Schaffung von absurden Zusammenhängen. Das macht Spaß und lenkt die Kinder dahin, den Schweinswal aufmerksamer zu betrachten und so besser kennenzulernen.

 

Der Schweinswal heißt übrigens Schweinswal, weil Aristoteles bei der Obduktion eines Schweinswals festgestellt hat, dass seine inneren Organe denen eines Schweins sehr ähnlich sehen würden. Deswegen heißt er in manchen Sprachen aus "Meerschwein"...

 

Weitere Spiele zum Schweinswal gibt es unter Spiele hier auf unserer Homepage und unserer Playlist Schweinswal auf unserem YouTube-Kanal


Mehr Informationen über den Schweinswal und seine Lebensweise gibt es beim NABU.

 

Warum mit Kindern Naturphänomene entdecken und erforschen?

Kinder entdecken forschend und ausprobierend die Welt. Manchmal mutet es fast schon wissenschaftlich an, wenn sie Versuche immer wieder wiederholen. Es scheint als ob sie mit einer Versuchsreihe herauszufinden sichten, ob ein Löffel immer wieder auf den Boden fällt, ob ihn die Eltern immer wieder aufheben oder ob er nicht doch vielleicht eines Tages zum Mond fliegt... . Immer wieder erleben wir Naturgesetze im Alltag - die Fliehkraft der Bahn, wenn sie am Bahnsteig durchfährt, der Fahrtwind auf dem Fahrrad usw. Mit kleinen Beobachtungen dieser Phänomene erlauben wir den Kleinen, diese Prozesse eigenständig zu entdecken und wir unterstützen sie dabei, diese in Worte zu fassen (Wortschatzerweiterung). Die Kinder werden zu genauen Beobachtern und achtsam im Umgang mit ihrer Umwelt. Und die eine oder andere Entdeckung hält nicht nur für die Kleinen, sondern auch für die Großen einen AHA-Effekt bereit. Und das sind doch die Sachen, die wir nie mehr vergessen. Lernen fürs Leben und Spaß haben!

 

 

Warum ist Bewegung wichtig?

Bewegung wird in der heutigen Zeit eher passiv erlebt und ist für viele Kinder zur „Nebensache“ geworden. Die Anzahl der Kinder, die Wahrnehmungs-, Bewegungs- und Verhaltensauffälligkeiten zeigen, nimmt stetig zu. Die Folgen sind u.a. Konzentrationsmangel oder Übergewicht. Noch vor 20 Jahren hatten Kinder eine bessere Koordination, mehr Ausdauer und ein besser entwickeltes Bewegungsvermögen. Der Grundstein hierfür wird in den ersten fünf Lebensjahren gelegt. Kinder müssen sich  bewegen, damit sie sich körperlich, seelisch und geistig optimal entwickeln können.
Oft führen zu viele Termine  zu „Bewegt-werden“ anstatt zu „Bewegen“. Wir nehmen den Kindern viele Wege ab, sie halten sich weniger im Freien auf. Der Medienkonsum ist schon im Kindergartenalter erschreckend hoch. Auf der anderen Seite werden Kinder immer wieder mit bewegungsfeindlicher Umgebung konfrontiert.
Bewegung macht Spaß
Bewegung ist der Motor einer gesunden Entwicklung
Werden Kinder von Anfang an an die Bewegung in all seinen Facetten herangeführt, wird es für sie zur Selbstverständlichkeit. So können Eltern einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit ihres Kindes leisten.
Bewegung ist u.a. auch mit Wahrnehmung, Denken und Gefühlen verbunden. Kein Bereich des Menschen entwickelt sich oder funktioniert völlig unabhängig von anderen Bereichen, auch im Gehirn sind die Bereiche miteinander durch Nervenbahnen, biochem. Reaktionen oder Verschaltungen verbunden. Die Motorik steht dabei an zentraler Stelle. So entwickelt sie sich nicht völlig losgelöst von anderen Bereichen und umgekehrt.

 

 

Körperwahrnehmung

Die Wahrnehmung des eigenen Körpers, seiner Grenzen und Fähigkeiten, der motorischen Möglichkeiten ist eine wichtige Voraussetzung für die gesunde Entwicklung. Wer seinen Körper gut kennt und seine Körperteile benennen kann, hat im wahrsten Sinne des Wortes ein gesundes Selbst-Bewusstsein!

In den heutigen Zeiten müssen wir verstärkt darauf achten, dass nicht anstelle der unmittelbaren Primärerfahrungen immer mehr Sekundärerfahrungen treten. Kinder dürfen nicht zu passiven Konsumenten von Erfahrungen aus 2. Hand erzogen werden (Fernsehen, Computerspiele...), dann nämlich geht ihnen das Körperbewusstsein allmählich verloren. Auch hier gibt es alarmierende Studienergebnisse. Vor allem in Großstädten finden wir ein relativ kinderfeindliches Umfeld vor, das kaum noch Raum für eigene Erfahrungen gibt. Dabei ist klar: nur durch Ausprobieren, Üben, Wiederholen, Scheitern und erneutes Versuchen sind Kinder in der Lage, Gefahren und Risiken und ihren eigenen Körper und seine Grenzen kennen zu lernen und einzuschätzen. Wo die Sorge um Sicherheit und Hygiene im Vordergrund steht, werden Kinder in ihrer Entwicklung begrenzt, nicht nur in ihrer Bewegungserfahrung, sondern auch im Aufbau einer Begriffswelt und ihrer Denkentwicklung. Durch Bewegung machen Kinder Erfahrungen über sich selbst, sie lernen ihre Fähigkeiten kennen, lernen sich einzuschätzen und entwickeln so die Voraussetzung für Selbstsicherheit und Selbstvertrauen. Sie lernen aber auch, mit anderen umzugehen, deren körperliche Fähigkeit zu akzeptieren, sich darauf einzustellen.

 

 

Wahrnehmungsspiele

Die Kinder begreifen die Welt mit allen ihren Sinnen. Die Haut ist hierbei das größte Sinnesorgan und auch jenes, das zu allererst voll ausgebildet funktioniert. Über die Haut und den Mund (orale Phase) erkunden die Kinder die Welt. Je mehr verschiedene Sinneseindrücke die Kinder in den ersten Jahren über diese Kanäle erfahren, desto besser ausgeprägt ist ihre Sinneswahrnehmung. Hierbei hilft die große Anzahl sensorischer Wahrnehmungsrezeptoren auf der Haut.

Die Kinder bekommen so viele Eindrücke (sehen, hören, riechen, schmecken), aber auch unzählige Reize – sowohl von innen (Muskelspannung, Gleichgewicht) als auch von außen (Berührungen, Arten von Materialien). Im Kontext lernen die Kinder die Schwerkraft kennen, üben die Auge-Hand-Koordination, schulen sowohl Grob-, als auch Feinmotorik und be-greifen die Welt.

Um die Entwicklung der Kinder zu fördern und sie zu unterstützen, diese vielen Eindrücke und Erfahrungen zu integrieren, brauchen die Kinder vor allem Zeit, sich selbst im Umgang mit dem Material oder den Sinnesreizen zu erfahren – denn die Selbstwahrnehmung kommt vor der Fremdwahrnehmung.

 

 

Texte: Ute Lantelme
Fotos: Ute Lantelme
 
 

Silvia Eichhoff ist Erzieherin und war Stationsleitung eines Wohnheims für blinde und sehbehinderte Erwachsene. Seit 2009 arbeitet sie außerdem als AbenteuerKinderWelt-Kursleitung und ist seit 2016 zertifizierte AbenteuerKinderWelt-Multiplikatorin. Seit 2022 leitet sie ein Kinderhaus in Würzburg.   

 

Ute Lantelme ist Sprachwissenschaftlerin, Dozentin und die Gründerin von AbenteuerKinderWelt. Sie ist die Ansprechpartnerin für alle Fragen und Projekte rund um AbenteuerKinderWelt. Sie bietet Workshops und Fortbildungen in allen Bildungsbereichen an und ist Autorin mehrerer Bücher und schreibt für das Kita-Magazin klein & groß aus dem Klett-Verlag.

 

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